Bienenwiesen – egal ob groß oder klein

Bienenwiesen sind mittlerweile ein Thema, welches einem überall begegnet. Längst ist es nicht mehr nur eine Sache für Naturschutzorganisationen, sondern findet auch im Kleinen und privaten Bereich immer mehr Beachtung. Das ist auch gut und wichtig, denn Bienen brauchen nun mal unsere Hilfe. Und letztendlich brauchen wir sie, damit unsere Pflanzen bestäubt werden und wir im Herbst nicht nur im eigenen Garten mit reicher Ernte da stehen.

Der 20.05. wurde deshalb 2018 zum Weltbienentag erklärt, um der Thematik zusätzlich mehr Aufmerksamkeit zu geben. Zu diesem Anlass habe ich dann nicht nur in meinem Shop die Bienenwoche eingeläutet (mehr dazu weiter unten), sondern möchte zeigen, wie ich versuche den Bienen zu helfen bzw. meine Erfahrung diesbezüglich mit euch teilen ♥


Blüh- oder Bienenwiesen

Wenn man Blüh- oder Bienenwiesen hört, denkt man natürlich erstmal sofort an ein Meer aus Blumen und Pflanzen. Doch das muss es absolut nicht sein und es geht auch viel kleiner! Den Bienen ist es nämlich prinzipiell egal, ob da eine einzelne Blume steht oder eine ganze Wiese voll ist. Wichtig ist eigentlich nur, dass da überhaupt etwas ist!

Bereits vor einigen Jahren habe ich angefangen Pflanzen bewusster auszuwählen. Ich habe das Glück, dass ich 3000m² mein Eigen nennen kann. Bis auf zwei kleine Flächen und dem Haus selber ist alles komplett grün. Bäume, Büsche, Rasen und Blumen. Vor drei Jahren (unabhängig vom Weltbienentag) habe ich dann angefangen mehr Blumen zu pflanzen und zu sähen, die besonders gern von Bienen angeflogen werden. Im letzten Jahr kamen dann die ersten zwei Bienenwiesen und dieses Jahr sind weitere Blühstreifen entstanden bzw. in Arbeit.

Die Saat und Pflanzen habe ich sowohl gekauft, als auch über die Jahre gesammelt. Mein Onkel (Landwirt) hat z. B. auch einen ganz langen Blühstreifen an seinem Gehöft zum Feld hin. Dort habe ich mir regelmäßig Saat geholt, welche nun teilweise die Grundlage für meine Wiesen ist. Aber auch von eigenen Pflanzen oder in Gärten von Bekannten habe ich immer wieder gesammelt. Und da ich Pflanzen sowieso mag und mein Garten mein Heiligtum ist, kriege ich natürlich auch immer wieder entsprechende Geschenke. Blumen kann man eh nie genug haben! Und ich komme eh nie dran vorbei, egal ob Saat, Zwiebeln oder direkt Pflanzen ♥

Das Schöne an Bienenwiesen ist, es macht sehr wenig Arbeit und sieht dennoch toll aus. Warum? Weil man sie sich mehr oder weniger sich selbst überlässt. Natur halt. Da darf auch gerne “Unkraut” drin wachsen, denn das hat auch auf die eine oder andere Art einen Nutzen. Nur wirklich invasive Pflanzen werden von mir eingeschränkt. Ansonsten wird immer mal wieder nachgesäht/-gepflanzt aber nicht viel an den Wiesen gemacht. So hat man Bienen geholfen und den ganzen Sommer/Herbst über eine wahre Blütenpracht.


Wer nicht den Platz für Bienenwiesen im Großen hat, der kann z. B. auch kleine Balkonkästen bepflanzen oder – je nach Fläche – unterschiedliche Topfpflanzen aufstellen.

Und um mehr Blumenpracht ganz allgemein zu fördern, verschenke ich auch immer wieder kleine Samentüten. Die beinhalten Saatmischungen aus den Pflanzen die bei mir wachsen (manchmal auch nur ganz spezielle Blumen oder Farben) und machen sich hübsch verpackt ganz toll als kleine Mitbringsel oder Extras zu eigentlichen Geschenken.

Welche Pflanzen eignen sich

Nicht alles was blüht wird auch von Bienen angeflogen. Gerade exotische Züchtungen oder gefüllte Blumen/Blüten sind für Bienen nutzlos. Die kleinen Krabbler stehen auf einheimische Gewächse und wollen “natürliche” Blumen. Gefüllte Züchtungen bringen z.B. keine Pollen mehr hervor und gerade die suchen die Bienen natürlich.
Außerdem – wie bei vielen Dingen in der Natur – sind auch gewisse Bienen und Pflanzen aufeinander “abgestimmt”. So kann die dicke Hummel ohne Weiteres in das Löwenmäulchen kriechen, während eine zierliche Wildbiene nie auf die Idee kommen würde!


Hilfreich ist es auch für die Tiere, wenn man das Pflanzenangebot so abstimmt, dass über einen längeren Zeitpunkt Pflanzen blühen. Bei mir beginnt es z. B. mit den Frühblühern (Winterlinge, Schneeglöckchen), dann kommen die typischen Frühlingsblumen wie Tulpen oder Krokus und es folgen die ersten Nutzpflanzen. Später im Jahr kommen dann Akelei, Schmetterlingsflieder, Sonnenblumen/Sonnenhüte, Margeriten, Kornblumen, Ringelblume und vieles mehr dazu.

Und auch wenn es manch einem vielleicht ein Dorn im Auge ist, aber auch Löwenzahn, Distel, Gänseblümchen, Klee und ähnliche “Unkräuter” werden sehr gerne von Bienen und auch Schmetterlingen angeflogen.

Ordnung oder lieber doch nicht?

In Fachzeitschriften oder im Web sieht man immer wieder Bilder vom perfekten Garten. Der Rasen kurz, alles tiptop aufgeräumt und ja kein Unkraut. Aber auch wenn dort Bienen und Insekten zu finden sind, ihr Lieblingsplatz ist es mit Sicherheit nicht. Bienen wollen Abwechslung. Sie mögen auch mal Klee, Brennnessel oder Gänseblümchen im Garten. Da darf auch mal ein unordentlicher Haufen altes Holz sein, denn da können sie sich im Winter gut verkriechen. Und es darf eine bunte Mischung aus Blumen vorhanden sein. Das muss auch kein einheitliches Gesamtbild ergeben.

Neben “Unrat” freuen sich Bienen, wie auch andere Insekten, auch darüber wenn man ihnen Wasserstellen anbietet. Diese sollten schön flach sein oder nach Möglichkeit mit Steinen o.ä. versehen sein, damit die Insekten darauf landen können. Ich nutze dafür z. B. selbst hergestellte Betonblätter. Die sehen hübsch aus und bieten flache Ränder, damit die Insekten von dort trinken können.

Wo kann man sich informieren?

Sicherlich gibt es hierzu eine Reihe unterschiedlichster Anlaufstellen. Ich lasse mich aktuell über genau zwei Firmen bzw. Organisationen regelmäßig auf Facebook informieren.

beebetter.de – Hier ist der Name Programm, denn es dreht sich alles um die Biene. Aber nicht nur den bekanntesten Vertreter der Honigbiene, sondern auch der Vielzahl an Wildbienen. Einmal im Jahr wird auch der “#beebetter”-Award verlieren.

Neudorff – Eigentlich ist Neudorff ja eher ein Begriff, wenn es ganz allgemein um den Garten geht. Aber zum Garten gehören ja auch Pflanzen UND Bienen. Darum erhält man hier nicht nur Wissenswertes über Garten- und Pflanzenpflege, sondern natürlich auch über Bienen!

Sofern du dich auch schon etwas mehr mit diesem Thema beschäftigst, verrate mir doch gerne, wo du dich informierst!

Bienenwiesen – Fazit und noch ein paar Bilder

Egal ob man nur einen Balkon, einen kleinen Garten, einen großen Hof hat oder vielleicht sogar Landwirt ist, man kann immer irgendwie etwas für die Bienen tun. Und nicht nur für sie. Also einfach mal eine Blume oder ein Päckchen Blumensaat mehr kaufen und den kleinen Wesen etwas Gutes tun!


Bienenwoche im Shop

Um ein bisschen Werbung für die Biene und den Weltbienentag zu machen habe ich die Bienenwoche-Aktion gestartet. Vom 15. – 19.05. gab es jeden Tag eine neue Datei rund um die Biene. Das waren sowohl Plotterdateien, als auch Digistamps und Digipapiere. Alle natürlich mit Biene!
Zusätzlich gab und gibt es(wenn du schnell bist) auch bis einschließlich 20.05. 20% Rabatt auf ALLE Dateien, die irgendwo irgendwie eine Biene drauf oder drin haben.

Folgende Dateien sind dabei entstanden



Andere Bewohner

Und wenn man den Bienen schon ein Zuhause bietet und bei der Nahrungssuche hilft, dann fehlt auch nicht viel und man unterstützt eine ganze Reihe weiterer Tiere.



Alle Bilder die ihr hier im Beitrag seht habe ich auf meinen Hof gemacht. Es macht einfach Spaß die Natur zu beobachten und wie ihr seht: Artenvielfalt geht auch in Kleinem.
Und das alles dank ein bisschen Grün und Unordnung. So einfach geht es! ♥

4 Comments
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Hannah
6 Monate her

Toller Beitrag.

Kristina Lehmann
6 Monate her

Hallo,
ein ganz wichtiger und interessanter Artikel! Ich versuche auch, jedes Jahr mehr und mehr bienenfreundliche Pflanzen zu sähen. Wo bekommt man denn so tolle Kornblumen? Wir haben nur blaue.
LG,
Kristina