Pink Winterwonderland – Lebkuchenhaus mal anders

Da so ein Lebkuchenhaus ein ziemlich umfangreiches Projekt ist – oder sein kann, wenn man ich ist – wird es mir nicht immer möglich sein, alles zeitlich in der richtigen Reihenfolge wieder zu geben. Oft habe ich auch an verschiedenen Dingen gleichzeitig gearbeitet, werde sie hier aber nacheinander „abarbeiten“, damit es nicht zu verwirrend wird und man mir beim Lesen auch noch folgen kann.

Achja und bevor es losgeht, holt euch lieber etwas zu Trinken und zu Knabbern. Es wird ein Weilchen dauern ;)

Die Anmeldung und erste Ideen

Sehnsüchtig habe ich Anfang des Jahres auf die Veröffentlichung der Kategorien für die Kuchenliebe gewartet. Was ich besonders an der Messe schätze ist, dass sie – obwohl es eine kleine und junge Messe ist – sie eine Kekskategorie hat! Das kann man nicht mal von der Größten Deutschlands sagen. Natürlich waren auch dieses Mal wieder Kekse dabei. Aber beim genaueren Lesen entdeckte ich dann die Kategorie mit dem Lebkuchenhaus… Ich glaub es dauerte nur wenige Momente und es stand fest: DAS ist es!
Die spontane Reaktion meiner Mutter? Sie möchte für die Zeit weit weg in Urlaub… denke, das sagt schon alles oder? War aber eigentlich noch schlimmer!

Schon bei der Anmeldung formte sich so eine grobe Idee und es stand schnell fest, dass ich kein typisches Lebkuchenhaus machen wollte. Weder von der Dekoration her, noch vom Aufbau. Anfangs fand ich die Idee noch super ;)
Das war so Ende März und das Hirn fing an zu rattern, was man alles machen könnte. Natürlich habe ich mich auch umgesehen, was bislang alles schon so gemacht wurde, was beim Bau von einem Lebkuchenhaus zu beachten ist etc. Bis dato hatte ich erst einmal so ein Mini-Lebkuchenhaus gemacht. War also fast komplett Neuland für mich.

Inspiriert von einer russischen Künstlerin, die traumhaft schöne Winterbilder zaubert, wollte ich auch so ein kleines typisches Winterwunderland zaubern. Überall funkelnder Schnee, zig Details, ein Hauch verträumte Romantik usw… Kitsch pur quasi!
Zwischendurch kam mir dann auch noch die Idee, dass ich eine Seite offen gestalte. So dass die Vorderfront die Hauswand zeigt, aber rückseitig ein Blick ins Innere geworfen werden könnte. Das erschien mir dann aber doch etwas übertrieben…
Da das Lebkuchenhaus ja auch beleuchtet sein sollte, musste ich mir auch Gedanken machen, wie ich das bewerkstelligen wollte. Ohne die Idee ansich verfeinert zu haben, bestellte ich mir schon recht früh Lichterketten die man in 8 Stränge aufteilen und flexibel verteilen konnte. Und das Batteriefach? Das machte mir etwas Sorge, denn ich wollte es nicht daneben bammeln haben, um zu riskieren, dass man daran hängen bleibt und etwas kaputt reißt. Also wurden prompt Mails mit Fragen an die Messe rausgeschickt, um gleich zu Anfang wichtige Dinge abklären zu können.

Als das Ok kam, dass ich mir ein Podest bauen dürfte, um das Batteriefach zu verstecken, war dann eine grundlegende Sache sicher.
Das Problem? Ich hatte mittlerweile eine Idee wie das Lebkuchenhaus aussehen sollte, aber ich konnte es einfach nicht zu Papier bringen!

Erste Zweifel am Projekt, aber es wird weitergemacht!

Ja… ich hatte noch gar nicht richtig angefangen und spielte schon mit dem Gedanken, das Ganze wieder abzublasen. Dazu muß ich sagen, dass ich Perfektionist bin… und Grafik-Designer. Wenn ich eine Idee im Kopf habe, dann möchte ich die auch so umsetzen. Das man hier und da mal etwas ändert ist klar, aber generell bin ich mir gegenüber wenig bereit Kompromisse einzugehen.
Bei meinen Kunden könnte ich ja auch nicht sagen, dass ich mich wage an deren Ideen gehalten habe und etwas komplett anderes abliefere ;)
Einen Grundriss hatte ich zwar, aber damit allein ist es noch nicht getan. Sogar Zwischenwände waren eingezeichnet und die Räume beschriftet.

Es folgte eine Weile Frust, eine handvoll Skizzen und keine gefiel so richtig, weil sie perspektivisch alle eine Katastrophe waren und nicht weiterhalfen. Dann kam aber die Lösung in Form eines 3D-Programmes! Gut… mehrerer, denn ich musste mich da erst durchwühlen, aber dann plötzlich erwachte mein kleines Häuschen maßstabsgetreu(!) zum Leben. Natürlich nur grob, aber da stand es vor mir. Ich machte sogar ein Video, um es meiner Lieblingstortenuschi(aka mein Frustventil) zu zeigen… damals hatte sie noch an einen Scherz gedacht… als ob ich scherzen würde!

Danach lief es dann. Ich erstellte, basierend auf dem 3D-Modell, meine neuen Grundrisse, zeichnete Fenster und Türen ein und plante quasi ein richtiges Haus. Alles mit realistischen Maßen, aber etwas kleiner natürlich. Als die ersten Zeichnungen fertig waren, stellte ich fest, wie klein mein Haus im Endeffekt wirklich sein würde. Ups!
Eigentlich war es schon größer angedacht gewesen, aber nun gut… sei es drum… es wurde dennoch weiter gemacht. Ich bin ja eh ohnehin dafür bekannt, dass ich immer so Fizzelkram mache.

Es folgten weitere Skizzen und jedes Einzelteil wurde extra aufgezeichnet, da ich ja auch später Schablonen für die einzelnen Teile vom Lebkuchenhaus bräuchte.


Das Cakeboard

Gleich zu Beginn und nachdem die Skizzen fertig waren, machte ich mich an die Cakeboards.
Das Größere wurde zuerst auf die maximalen Maße von 60x40cm zurechtgeschnitten und dann etwas abgerundet bzw. allgemein verkleinert. Meine Cakeboards mache ich generell immer etwas kleiner, damit später nicht wenige mm schuld sind, dass ich disqualifiziert werde.
Auf das kleinere Cakeboard sollte später das eigentliche Haus kommen und deswegen wurde dies etwas größer als der Hausgrundriss ausgesägt. Einfach um etwas Spielraum zu haben, da man nie so exakt wie auf dem Papier arbeitet. Es folgte noch ein Loch für die Kabel und der Fondantüberzug.

Später im Verlauf des Hausbaus wurden Korken für die Erhöhung genutzt und die grobe Landschaft mit Rice Krispies – Masse gestaltet. Mit Fondant, Royal Icing oder anderen Materialien wäre es ohnehin viel zu schwer geworden.

Erste Tests

Da mein Haus ja etwas höher gelegen sein sollte, musste ja auch das Cakeboard entsprechend gestaltet werden. Da sollte ein langgezogener Teich hin, über den eine Brücke führt. Schneeverhangene Bäume, die sich unter ihrer Last bogen und auch Laternen die leuchteten. Zuvor erwähnte Uschi erklärte mir, dass ich einen Knall habe (weiß ich doch), aber fand die Ideen ebenfalls gut.
Die Idee allein reichte aber nicht, es musste erstmal ausprobiert werden, ob das denn überhaupt alles funktionieren würde.

Bei den Laternen wurde schnell klar, dass das nicht funktionieren würde. Als Grundlage wollte ich Fondantrollen mit Loch nehmen, aber im Verhältnis zum Haus würde das zu groß werden. Die Idee musste also verworfen werden, aber ich wollte trotzdem Lichter vor dem Haus haben. Also mussten Gelatinekugeln her, die ich dann als Bodenlichter verwenden würde.
Für die Bäume hatte ich Eistüten als Grundlage genommen, die Spitze mit Fondant geformt und alles mit Royal Icing und Zuckerperlen verziert. Klappte wunderbar!


Für den Teich und auch die Fenster wagte ich mich dann zum ersten Mal an Isomalt. Die ersten Versuche wurden alle gelb und klebrig. Irgendwann blieb der Zucker dann zwar weiß, aber nach wenigen Tagen wurde es immer wieder klebrig, flockte oder wurde teilweise auch vom Lebkuchen aufgesaugt…
Nach vielen Versuchen hatte ich mich dann geschlagen gegeben und entschied mich für Gelatine für die Fenster. Für den Teich wollte ich mir bei Zeiten eine passende Lösung ausdenken.

Zeit für Lebkuchen

Mittlerweile haben wir schon September. Bislang hat sich noch nicht soviel getan, aber an Zeit ist schon einiges vergangen ;)
Also sollte endlich gebacken werden. Ich hatte mir nach langer Suche drei Rezepte rausgepickt, die ohne Butter waren und laut Beschreibungen besonders gut für Lebkuchenhäuser geeignet wären.

Das erste Rezept wurde getestet und die Schablonen kamen zum Einsatz, um alle Einzelteile auszuschneiden. Anfangs wurden die Fenster und Türen auch alle per Hand mit Messer und Lineal ausgeschnitten. Das war mir auf Dauer aber zu mühselig, also fertigte ich mir noch mal schnell kleine Ausstecher aus Metall.

Alles lief relativ ok, wenn sowas auch echt keinen Spaß macht, aber nach dem Backen kam dann die böse Überraschung. Der Zucker hatte sich aus dem Teig auf der Oberfläche verteilt. Da war nichts mit „glatt wie ein Babypopo“. Also unbrauchbar…

Weiter ging es mit Rezept Nr. 2. Wieder alles ausstechen und ausschneiden. Ab in Ofen und tadaa! Die Teile hatten sich verzogen, hier und da ne Delle und die Innenbereich unförmig. Auch unbrauchbar. Aber insgesamt fühlten sie sich besser an, wenn auch so biegsam. Es folgten weitere Versuche mit dem Teig. Wieder Schablonen gezückt, wieder alles ausgeschnitten. Aber dieses Mal ohne Fenster und Türen (die sollten später erst ausgeschnitten werden). Auch Zwischendecken wurden vorbereitet. Ab in den Ofen und tadaaa! Dellen, Blasen und einige Teile total aufgequollen.
Irgendwann wurde der Frust so groß, dass ich ein 2. Mal kurz vor dem Aufgeben war. Kein Teil kam „perfekt“ aus dem Ofen. Da war nichts von wegen, ich backe mal schnell schön glatte Lebkuchen mit geraden Kanten, die ich nur verzieren brauche…

Das war dann schon Ende September… es blieben noch knapp 1 1/2 Monate und es war nichts fertig.
Ich hatte da dann keine Lust mehr gehabt noch wieder neue Rezepte zu testen. Fragte sogar nach, ob es denn nicht auch mit Gewürzkeksen gehen würde… aber nun ja… ein Lebkuchenhaus besteht nun mal aus Lebkuchen!

Beruf: Lebkuchenschnitzer

Wer mich kennt weiß, dass nach dem Frust der Dickkopf durchkommt. Aufgeben? Nein! Allein schon nicht, weil mein Ego das nicht mag. Egal was ich da auf den Tisch stellen würde, da würde etwas stehen!
Also wurde jedes einzelne Teil bearbeitet. Auf die richtigen Außenmaße zugeschnitten, begradigt soweit es ging und dann entsprechend der Vorlagen mit Fenster, Türen etc versehen. Glücklicherweise ist Lebkuchen dafür sehr geeignet. Mit einigen Teilen konnte ich trotzdem nichts anfangen, da sie innen hohl oder zu instabil waren. Also wurde nochmal nachgebacken, bis dann alle Teile irgendwann beisammen waren – bis auf die Dächer.

Alles wurde beschriftet, um auch sicher zu gehen, das kein Teil fehlt und alles immer wieder mit den anderen Elementen einer Etage abgeglichen. Kanten wurden angepasst, um die „Wandstärke“ auszugleichen und dann Anfang Oktober ein erster Testbau gemacht.


Als es da so nackig vor mir stand, wacklig und etwas windschief kam mir der Gedanke, dass ich es wohl tatsächlich noch schaffen könnte. Waren aber nur noch knapp 40 Tage Zeit.
Egal! Augen zu und durch!

Royal Icing und Lebkuchen sind keine Freunde

Zumindest nicht bei mir!
Es gibt Millionen von Lebkuchenhäuser, die stehen wie eine Eins und sehen top aus. Und dann gibt es meinen Lebkuchen! Ich muß mir wohl das blödeste Rezepte überhaupt ausgesucht haben!
Anfangs hatte ich ja erwähnt, dass ich Rezepte ohne Butter genommen habe. Warum? Wegen dem „Butter Bleed“. Dabei treten Fettflecken auf dem Royal Icing auf. Sprich aus Weiß wird Gelb.
Ich ärger mich ständig damit rum… andere hatten es noch nie… warum, weiß ich aber auch nicht. Ich kenne ja noch nicht mal die Ursache dafür und trotzdem ist es immer wieder mal da.

Bei einem weißen Lebkuchenhaus wollte ich eben jene Flecke aber vermeiden, deswegen keine Butter! Dachte, damit hätte ich das größe Problem umgangen. Pustekuchen!
Es folgten ein paar weitere Test bezüglich Fenster und Verzierungen und dabei kam dann auch mein RI (Royal Icing) zum Einsatz. Alles war ok, also ging es mit dem Erdgeschoß los.

Mit einer Nadel zeichnete ich wichtige Markierungen auf meine Lebkuchenteile und füllte die ersten Flächen mit Weiß. Nachdem diese getrocknet waren, bekamen sie einen Hauch von Schimmer per Airbrush. Es folgten die Steine in Weiß. Diese wurden dann nachträglich mit grauer Farbe angemalt.

Und dann plötzlich der Schock… das Royal Icing löste sich vom Lebkuchen. Komplett! Es konnte so ohne Weiteres von den Lebkuchenteilen abgenommen werden. Panikmodus pur!
Wenn das da nicht hält, wie soll dann bitte schön das Haus fertig werden? Geschweige denn die Wände senkrecht stehen?

In meiner Verzweiflung griff ich zum Zuckerkleber und klatschte alle Kanten und Ecken großzügig ein. Zu meiner Erleichterung hielt das beides zusammen. Es waren zwar teilweise Lücken, aber die würden später ja vollständig verschwinden.
Also wurden Fenster zurecht geschnitten, eingesetzt und die Rahmen aufgespritzt. Hier hatte ich zwecks Ablösen weniger Angst, da die Fenster ja an dem RI der Wände haften konnten. Um die Muster der Gelatineplatten zu verdecken, wurden die Fenster dann noch gefrostet.

Ein Lebkuchenhaus bauen

Die Einzelteile des Erdgeschosses waren somit fertig und es wurde ernst!
Als es an das Auf- bzw. Zusammenkleben ging mir schon etwas die Muffe… Da wäre es dann um einiges schwieriger neue Katastrophen auszugleichen. Aber so ein Erdgeschoß hat ja noch sicheren Halt und es lief ausnahmsweise mal alles gut. Nach dem Trocknen, wurden dann die Kanten verblendet. Da hatten sich dann die Reste vom Lebkuchen als sehr praktisch erwiesen. ;)

Als das geschafft war wurde das Cakeboard auf dem anderen festgeklebt und ab dem Zeitpunkt gab es wirklich kein Zurück mehr. Die Drähte wurden entsprechend der Zimmer aufgeteilt, festgeklebt und verblendet, damit sie bei einem Blick durch die Fenster nicht auffallen würden. Außerdem wurden Zwischenwände eingebaut, die als Stützen für die oberen Etagen dienen würden.

Als letzen Schritt für das Ergeschoß kamen dann noch die Zwischendecken, die ich grob mit Royal Icing dann ausgeglichen habe… Damit konnte ich dann am Inneren vom Erdgeschoß nichts mehr ändern.

Noch 23 Tage Zeit.
Trotz der nahen Deadline war ich zu dem Zeitpunkt guter Dinge. So guter Dinge, dass ich mich spontan noch für die Kekskategorie anmeldete… Dazu berichte ich aber extra.

Die 2. Etage und die Landschaft

Der Aufbau der oberen Etagen erfolgte nach dem gleichen Prinzip wie beim Erdgeschoß. Mit dem Unterschied, dass ich alles von vorn herein mit Zuckerkleber vollschmadderte. Überall wo Lebkuchen war, wurde dieser rübergepinselt. Außerdem kamen noch Balken, Girlanden und Fensterläden zum Einsatz.

Während ihr allerdings bei dem Ergeschoß eine 100% ebene Grundfläche hatte, war es hier ein frisch gegrubberter Acker. Aber auch ohne Wasserwaage konnte alles einigermaßen gleichmäßig aufgeklebt werden. Die Schwierigkeit hier war allerdings, die Einzelteile zu stützen und zu verhindern, dass sie runterfallen. Nicht zuletzt, da sie leicht über die Zwischendecke hinausragen mussten.
Glücklicherweise lief das aber problemlos. Auch das Anbringen der Zwischenbalken ging relativ einfach. War nur von der Haltung her etwas unbequem ;)

Nach der zweiten Etage kümmerte ich mich dann auch mal endlich um die Landschaft. Die war bis dato ja noch recht unansehnlich.
Erst wurde alles grob mit Royal Icing verschmiert, Lücken gefüllt und alles etwas angeglichen. Von der Lichterkette hatte ich ja auch einen Lichtstrang unter dem Cakeboard gelassen und damit wurden dann die Bodenlichter gebastelt.
Es folgte außerdem der Weg zum Eingang und der Teich bekam seinen Untergrund aus Steinen – wovon man später leider kaum noch etwas gesehen hatte. Auch hier habe ich erst in Weiß gespritzt und nachträglich bemalt.

Da Isomalt für mich ja keine Option mehr war, musste ich für den Teich mit Gelatine arbeiten. Während ich am Lebkuchenhaus werkelte, hatte ich immer eine Tasse mit aufgelöster und erhitzer Gelatine rumstehen gehabt. Der Versuch mit gemahlener Gelatine schimmelte irgendwann, der mit Blattgelatine verflüssigte sich und begann ebenfalls zu schimmeln… Versuche gerade Gelatineplatten (ohne Muster) zu machen wurde leider auch nichts. Also auch kein Gelatineteich und doch wieder so olle Gelatineblätter.

Noch 15 Tage.

Einfach weiter machen

Während es mit dem Lebkuchenhaus bis dahin wieder einigermaßen gut voran ging, war dann auf einem Mal alles irgendwie gegen mich. Beruflich war ich plötzlich extrem eingespannt, so dass ich kaum noch Zeit für das Haus hatte, die Kekse mussten auch noch gemacht werden und entwickelten sich zur Katastrophe und am Haus ging plötzlich hier und da auch wieder etwas kaputt.

Stückchenweise versuchte ich in jeder freien Minute soviel wie möglich fertig zu kriegen. Das Ganze dann größtenteils bei Kunstlicht ist echt nicht schön, da du viele Details nicht richtig siehst. Gerade wenn du mit Weiß arbeitest.
Hier und da baute ich schon Dächer, die ich aus meinen gesammelten Lebkuchenwerken zurechtschnitt und mit den Dachziegeln beklebte. Nebenbei werkelte ich dann an der 2. Etage rum und ebnete die Landschaft weiter ein.

Quasi zeitgleich versuchte ich dann Schadstellen zu vertuschen und suchte akribisch alles ab, was der Jury missfallen könnte.

Ähnlich wie die Fenster hatte ich auch den Teich gefrostet. Leider lösen Zuckerkleber und Royal Icing die Gelatine an. Dadurch hat sie sich immer wieder verformt, wodurch die Fensterrahmen teilweise rissen (hab ich erst zu spät bemerkt) und der Teich sich auch immer wieder sehr unförmig dellte. Irgendwann lösten sich auch noch beide Platten voneinander, so dass ich immer wieder Stellen ausbessern musste und der Teich immer kleiner wurde.

Noch 7 Tage.

Endspurt und Aufgeben die 3.!

Genau eine Woche vorher kamen dann die Dächer dran. Zombiemäßig wurde Dachziegel für Dachziegel angeklebt. Bei den Keksen war komplette Krise und überhaupt fragte ich mich, was ich da eigentlich tue. Außer dort an diesem Haus zu werkeln und die Kekse zu machen, passierte nichts weiter. Für nichts anderes war Zeit.

Von fertig sein war außerdem noch keine Spur! Das Garangentor fehlte, die Zäune… die Landschaft war immer noch nicht ordentlich… Lauter Kleinigkeiten die Zeit in Anspruch nehmen.
Da war dann der Moment wo ich mich fragte, was ich zum Henker eigentlich tue. Anfangs war alles super und dann war es nur noch Stress, weil soviele Dinge sich unglücklich verkettet hatten, dass es einfach nur noch dämlich war weiter zu machen. Wieder einmal war ich kurz davor einfach ’ne Mail zu schreiben und abzusagen. Dann könnte man die leeren Plätze noch vermeiden.
Aber wenn du bis zu diesem Zeitpunkt schon soviel Energie, Aufwand, Geld und Zeit hinein gesteckt hast, dann ist es falsch einfach aufzuhören. Dann willst du es auch zu Ende bringen. Nicht irgendwann, sondern für den Zweck für den du damit angefangen hast!

Noch 4 Tage!

Also wurde die originale Idee für den Zaun in den Wind geblasen und ein Einfacherer gespritzt. Schnee wurde auf den Terassen verteilt, das Garagentor gefertigt und eingebaut, die Landschaft wieder und wieder geglättet, die Bäume aufgeklebt und zum Schluß alles erneut mit rosa Schimmer versehen.
Wer sich jetzt übrigens fragt, was eigentlich aus der Brücke geworden ist… die ist auch der Rationalisierung zum Opfer gefallen, da es nur noch mehr Nerven gekostet hätte.

Und dann 2 Tage bevor es losgehen sollte wurde das Lebkuchenhaus am Abend fertig!
Am darauffolgenden Tag wurden noch Fotos gemacht und dann war mir alles egal. Es leuchtete, es war komplett… wer auch immer was zu bemängeln hätte, wurscht… trotz allem was schief gegangen ist, trotz allen Improvisationen und Zwischenfällen konnte ich ein fertiges Projekt vorweisen!

Die ganz ursprüngliche Idee kennen nur ich und meine Mutter, aber der Nerven wegen musste vieles „vereinfacht“ werden und ich denke letzten Endes war das auch besser so ;)
Außerdem kamen mir irgendwann Zweifel, ob mein Lebkuchenhaus überhaupt als solches akzeptiert werden würde. Immerhin ist es kein Typisches und ich hatte aus den Gründen auch schon mit Disqualifikation gerechnet, aber zum Glück kam alles anders als befürchtet.

Und ja ich habe geheult, als ich das Gold-Schildchen gesehen habe. Denn das war der Moment wo alles abfällt und man realisiert, dass das ganze Drama es doch irgendwie wert war.
Viele sind zwar ganz verwirrt, wenn ich sage, dass ich „nichts“ gewonnen habe, aber darum geht es (meiner Meinung nach) auch nicht. Es geht darum für sich selbst Dinge umzusetzen und seine Fähigkeiten weiter nach vorne zu bringen. Und trotz aller Verzweiflung und egal was andere sagen, ist man am Ende stolz auf das, was man geschaffen hat.

Fazit

Lebkuchen ist böse!
Hätte mir einer vorher gesagt, dass man damit soviele Schwierigkeiten haben kann, ich hätte mich nicht angemeldet… wahrscheinlich… falls einer ein idiotensicheres Rezept kennt, schickt es mir!

Insgesamt habe ich 3,7 kg Royal Icing verarbeitet (die Kekse haben aber auch noch was abgekriegt). Ich habe sieben Mal Lebkuchen gebacken (einmal davon das ganz doofe, erste Rezept) und fünfmal habe ich mit Rice Krispies-Masse gearbeitet, um die Landschaft zu gestalten.

Und irgendwo im Häuschen sitzt hinter einem Fenster ein kleiner Tannenbaum, den vermutlich niemand bemerkt hat ;)

Pink Winterwonderland – Ein rosa Lebkuchenhaus

Und so sieht das fertige Projekt aus:

Und ein paar Detailbilder

Falls jemand noch ein genaueren Blick auf dieses oder jenes werfen möchte :)






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Kerstin

Liebe Anne! Du hast Dich in allem mal wieder selbst übertroffen! Angefangen bei der Planung, über die Ausführung, der Verzweiflung, Deiner Ausdauer und der Erlösung es trotz allen Widrigkeiten wie immer grandios gewuppt zu haben! Es ist für mich als Involvierte unverständlich, wie solche Mega-Projekte nicht nur geplant, sondern auch umgesetzt werden und das gnadenlos!Hut ab, vor soviel Ehrgeiz, Können und de Humor, den Du trotz allem immer wieder an den Tag legst! Aus diesem und auch allen anderen Gründen, hast Du Dir die Goldmedaille für den Haus-Traum in „pink“zu 150% verdient und gegönnt ist sie Dir sowieso!!! Es ist… Mehr lesen »