Winterkekse mit Royal Icing dekoriert

Für die Kuchenliebe hatte ich mich ja bereits für die Kategorie mit dem Lebkuchenhaus angemeldet. Damit sollte es eigentlich genug sein…
Ich spiele aktuell mit dem Gedanken im nächsten Jahr eventuell mal zur Cake & Bake Messe zu fahren. Einmal dabei sein und so. Als ich dort aber die Kategorien für den Wettbewerb sah, war ich etwas enttäuscht. Keine Kekskategorie. Und das bei der größten Messe Deutschlands.
Daraus resultierte, dass ich nun doch mit der Kategorie für Winterkekse liebäugelte. Aber ich wollte erstmal abwarten, wie sich so das Lebkuchenhaus entwickelte!

Skizzen und Ideen

Obwohl es noch nicht 100% feststand, ob ich mich in der Keks-Kategorie ebenfalls anmelde oder nicht, konnte ich es mir nicht nehmen lassen Entwürfe zu machen. Allein wenn ich nur etwas erwäge habe ich meist schon zig Ideen im Kopf. Außerdem mag ich das Thema Weihnachten/Winter einfach.

Als Erstes habe ich mich durch meine Ausstecher gewühlt, ob da mich da schon etwas gleich ansprechen würde. Zwei Ausstecher wurden gleich herausgepickt, denn mit denen wollte ich unbedingt mal arbeiten. Sie lagen ja nun schon eine Weile unbenutzt herum. Auf Pinterest habe ich mich dann ein bisschen inspirieren lassen, durchstöberte alte Skizzen und hatte dann drei Ideen gefunden.

• eine schöne Winterlandschaft, viel weiß und blaue Highlights mit Cake Crack
• eine Weihnachtssocke, aus der ein Schneemann und ein Lebkuchenmann mitsamt Geschenken herausgucken
• eine Figur(wahrscheinlich ein Rentier), welche einen Schneeengel macht

Also den Bleistift gezückt und das Ganze zu Papier gebracht! Die 3. Idee sagte mir allerdings überhaupt nicht zu. Zu nah am Inspirationskeks und eine Kopie wollte ich nun wahrlich nicht machen. Diese Idee wurde als verworfen und es rückte die Hausstür nach. Die Skizze dazu war dann auch innerhalb weniger Minuten fertig – wenn es so schnell geht, dann passt es!


Mitte Oktober, als ich mit dem Lebkuchenhaus recht gut vorran kam und alles super lief, folgten dann digitale Vorlagen für die Kekse zum Ausschneiden und Royal Icing Transfers.

Kekse backen und vorbereiten

Das Backen der Kekse erfolgte dann auch kurz darauf, auch wenn ich mir für die noch etwas mehr Zeit lassen würde – Kekse gehen ja eigentlich relativ schnell, da ich mittlerweile eine gewisse Routine habe. Und ein paar andere Überraschungskekse wurden ja auch noch geplant… es war ja auch noch nicht genug zu tun in der ganzen Zeit!

Nachdem die Kekse dann schon eine Weile rumlagen, fing ich an die drei großen Kekse für die Winterlandschaft mit Cake Crack zu versehen. Die Anleitung dafür ist ja recht ungenau, also war ich mir nicht mal sicher, ob es überhaupt „cracken“ würde. Aber es ging.
Auch wurden auf allen Keksen die Konturen aufskizziert, um besser arbeiten zu können, und erste Flächen gefüllt. Zeitgleich hatte ich mich auch an erste Transfers gesetzt, damit sie ausreichend Zeit zum Trocknen hätten.
Das war am 3. November – noch 14 Tage bis zur Messe.

Butter Bleed – Der Feind kommt heimlich

Das sogenannte „Butter Bleed“ und ich sind echt keine Freunde. Während andere noch nie von diesem Problem gehört, geschweige denn Probleme hatten, muß ich mich regelmäßig damit herumplagen. Den Grund dafür kenne ich noch immer nicht. Google konnte mir nicht helfen und auch Profis die ich schon dazu befragt habe, haben keinen Rat.
Wenn Butter Bleed auftritt entstehen gelbliche Flecken auf dem Royal Icing. Das Fett wird dann quasi vom Royal Icing aufgesaugt.

Drei Tage später – das Royal Icing hatte ausreichend Zeit zum Trocknen – entdeckte ich dann die ersten Flecken auf meinen Keksen. Beim großen Winterkeks hatte ich zwischenzeitlich bereits die Laternen-Transfers aufgeklebt und die inneren Rahmen gespritzt. Und genau jene saugten sich plötzlich mit Fett voll. Doch auch die Außenrahmen wurden dann plötzlich in Mitleidenschaft gezogen. Obwohl sie vorher tagelang makellos waren!
Auch auf den rosa Strümpfen zeigten sich verdächtige Stelle (bei Farbe erkennt man es nicht immer gleich) und die Grundflächen der Haustüren fingen an sich zu verfärben. Eine der Haustür-Kekse war mir zudem auch noch beim Füllen gebrochen, so dass dieser ohnehin schon nicht mehr ideal war…

Ja und nun? Noch 10 Tage Zeit und die Kekse waren alles andere als optimal. Vorallem wenn man bedenkt, dass ich mit weißem Royal Icing arbeiten wollte. Eine gelbe Schneelandschaft kommt halt auch nicht sooo gut…
Egal weitermachen! Irgendwie findet sich bestimmt schon eine Lösung!

Aber trotz Notlösungen und Ausbessern, Überpinseln und Retouchieren… es ärgerte mich extrem. Zumal andere Kekse – die als Geschenke dienen sollten – perfekt weiß nehmen mir lagen. Nur halt nicht die Wettbewerbskekse.
Zwei Tage noch weiter überlegt und dann eine Entscheidung getroffen.

(Aufgrund von Zeitmangel und diesen ganzen Zwischenfällen habe ich leider kaum Fotos gemacht.)

Einmal von vorne das Ganze!

Japp, genau. Kekse bei Seite gepackt und alles nochmal neu gebacken. Dieses Mal auch mit Ersatz – was ich zuvor nicht gemacht habe. Es folgte wieder das Bestreichen mit Cake Crack, das Vorskizzieren, das Füllen der Flächen, Besprühen mit Airbrush für Glanz etc.
Das war dann am 8. November. Noch knapp eine Woche Zeit und nebenbei war das Lebkuchenhaus ja auch noch fertig zu stellen.

Bei den Winterkeksen spritzte ich dieses Mal die Laterne direkt auf den Keks, denn ich wollte beim 2. Versuch von Innen nach Außen ohne Transfers arbeiten. Gute Idee? Mal gucken.
Da ich noch nicht sorecht Ideen hatte, wie ich denn die Bäume der Landschaft ausarbeite, ging es dann erstmal mit den anderen Keksen weiter. Beim Sockenkeks wurden die weißen Elemente nun bemalt und beim Haustürkeks kamen Schritt für Schritt die ganzen Details ebenfalls hinzu.


Recht zufrieden packte ich diese Kekse dann fertig bei Seite, um dann später hier und dort noch Details hinzuzufügen.

Color und Butter Bleed ahoi!

Jaaa, genau. Neben Butter Bleed gibt es auch ein Color Bleed. Das tritt auf, wenn Royal Icing nicht richtig aufgeschlagen wurde (bzw sich durch Handwärme Wasser von der Masse trennt) und zuviel Farbe verwendet wurde. Dann läuft die Farbe vom jeweiligen Element weg in andere hinein.
Und warum sollte es auch nur mit einem Keks passieren…

Vom Schneemann verliefen die Augen, so dass er aussah, als wenn er die Nacht durchgemacht hätte und bei der Haustür sah man Spuren von Braun auf der weißen Wand. Jackpot. Von wegen die Kekse sind fertig! Also musste wieder eine Notlösung her. Weiße Elemente beim Sockenkeks wurden weiß übergepinselt. Sah ein bisschen scheckig aus, würde aber vielleicht als gewollt durchgehen.
Beim Haustürkeks wurde das Improvieren gar nicht so leicht, aber folgte dann in Form von Mauerwerk. Das war eigentlich überhaupt nicht geplant gewesen, aber letzten Endes gefiel mir das sogar dann doch besser als der eigentliche Plan. Am 13. November war ich dann quasi fertig mit zumindest 2 von 3 Designs.

Das Spiel mit dem Retouchieren hab ich dann aber doch noch mehrmals gemacht. Jedes Mal wenn ich dachte nun ist es endlich gut, kam wieder was.

Ganz nebenbei… haha… entstanden dann noch Kekse ganz im Zeichen der Kuchenliebe, die ich unbedingt als kleine Überraschung mitnehmen wollte.

Warum ist Schnee eigentlich weiß?

Ja, warum eigentlich? Ich wurde zwar drauf hingewiesen, dass Schnee unter Umständen doch wirklich gelb ist… aber ehrlich… nicht auf Wettbewerbskeksen. Das ist schon ein bisschen eklig!
Aber auch Laternen wollte ich nicht in gelb und doch wurden sie es wieder! Und nun? Bei denen hätte ich vielleicht noch mit Farbe arbeiten können. Bei Schnee wäre das nicht so ohne Weiteres gegangen.

Also habe ich in meiner Verzweiflung die Laternen wieder abgekratzt und mich dafür entschieden mit Transfers für den kompletten Innenteil zu arbeiten. Solche großen Transfers brauchen wenigstens einen Tag zum Trocknen. Nun ja… no risk, no fun!
Nachtspeicheröfen sei Dank, gelang es mir aber sie bis am 14. November abends auf dem Keks aufbringen zu können. Die Laternen gingen dabei teils zu Bruch, aber das konnte repariert werden.
Es folgten dann der Schnee auf und unter den Bäumen.

Die „alten“ Kekse wurden dann für allerhand Testzwecke genommen. Immer wieder habe ich erst mit denen rumgespielt, bevor es an die Neueren ging.

15. November

Es blieben jetzt noch 1 1/2 Tage und was sah ich am frühen Morgen? Wieder gelbe Flecken auf der Laterne – trotz Transfer!

Ich war ehrlich mit meinem Latein am Ende, aber ich hatte keine Möglichkeit mehr jetzt noch wieder irgendetwas neu zu machen. Also akzeptierte ich die Tatsache, dass diese Kekse einfach nur ein Reinfall waren und experiementierte ein letztes Mal mit Farben und Texturen um zu retten was zu retten ging. Das Da kein Gold mehr bei rauskommen würde, war mir klar.
Hier ein paar Ornamente, da bisschen Farbe, da noch Glitzer hin und einfach hoffen, dass das Licht auf der Messe mir wohl gesonnen wäre.

Am Abend des 15. November war ich dann endlich fertig, aber überhaupt nicht zufrieden.
Wie soll man auch damit zufrieden sein, wenn etwas außerhalb deines Einflußbereiches immer wieder Schäden verursacht, die nicht an deinen Fähigkeiten liegen, die aber definitiv nach Versagen aussehen?

Aber es war geschafft, das Thema „Winterkekse“ erledigt und ich konnte etwas abgeben – wenngleich auch mit Abstrichen und anders als ursprünglich gedacht.

Winterkekse – die Ergebnisse

Und so sehen die fertigen Kekse aus:




Fazit

Ich bin mittlerweile zu dem Schluß gekommen, dass Magarine tatsächlich gewissermaßen dabei hilft das Butter Bleed zu verhindern. Wenn man aber mit Cake Crack arbeitet, scheint das auch wieder hinfällig zu sein. Denn während die anderen Kekse alle noch ok aussehen, so werden die Schneelandschaften leider immer mehr gelb.

Nach wie vor ist dieses Thema ein großes Mysterium für sich. Warum haben andere noch nie ein Problem damit gehabt (genau wie mit Color Bleed) und ich ständig? Fast möchte ich ja der Luftfeuchtigkeit des hohen Nordens Schuld daran geben… oder meinem Keksrezept… ich weiß es nicht!

Die Kritikpunkte der Jury waren genau das, was ich auch hätte angemerkt und trotz dessen, dass es einige waren, hat es noch für Silber gereicht. Etwas das mich immer noch etwas erstaunt!
Auch wurde ich drauf hingewiesen, dass ich bei einem Türkeks einen Punkt an der Verzierung vergessen habe. Und genau den Keks habe ich für Detailfotos genutzt… trotzdem ist es mir nicht aufgefallen. Typischer Fall von betriebsblind ;)

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