Kuchenliebe 2017 in Bremen

Zuvor habe ich euch ja schon von der Entstehung meiner Ausstellungsstücke erzählt, nachdem die Dramen dann endlich durch waren, ging es dann endlich zur Kuchenliebe nach Bremen.
Wer die vorherigen Berichte verpasst hat, kann auch gerne noch mal einen Blick auf das Lebkuchenhaus oder die Winterkekse werfen – nun ist ja schon alles eine Weile her und es wird fleißig an neuen Projekten geplant ;)

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Die Messe selber ging vom 17. – 19. November, aber unser Anreisetag war bereits der 16., da ich ja auch noch meine Ausstellungsstücke abgeben wollte. Und Freitag früh wollte ich nicht über die Autobahn hetzen. Also wurden Donnerstag vormittag alle Sachen zusammengesucht und da auch erst das Lebkuchenhaus und die Kekse verpackt. Gegen 13.30 Uhr ging es dann ganz entspannt los. Abgeben könnte man ab 17 Uhr und die Fahrt würde ca. 4 Stunden dauern. Passte also.

Erstmal zur Kuchenliebe und abgeben

Die Fahrt selber verlief total unspannend und alles klappte bestens. Kurz vor Bremen staute es sich etwas auf der Autobahn, was aber wohl dem Feierabendverkehr zu Schulden kam. Zu dem Zeitpunkt dämmerte es dann bereits. Wenn ich das erste Mal in Städte reinfahre, tu ich das lieber bei Tageslicht (wegen der Orientierung und so), aber das Wetter war ok und Google-Uschi wies uns den Weg. Wie ich aber erst später feststellte, eine andere Route als eigentlich gedacht. Wie dem auch sei, wir jackelten also durch Bremen und kamen dann zum Horror-Kreisel…
Ehrlich… ich hab nichts gegen Kreisel, aber das Ding ist echt nicht schön gewesen. Wer baut sowas? Ampeln, zweispurig, zig Ausfahrten, Fahrradspuren, Straßenbahn… und Feierabendverkehr – yeehaa! Ein Traum!

Nun gut, die erste Begegnung verlief schmerzlos, da wir ihn zur Kuchenliebe hin quasi nur am Rand passierten. Gesagt getan, die Messe kam schon in Sichtweise, auf der Gegenfahrbahn staute es sich und im wirklich letzten Moment sah ich wie jemand zwischen den Autos (vermutlich aus einer Ausfahrt) rauskam. Reflexe funktionieren zum Glück gut, meine Autobremsen auch. Ich erschreck mich ja selten beim Autofahren, aber das hatte gesessen. Das eine Kiste durch das Auto flog, beschleunigte meinen Herzschlag noch zusätzlich. Die Autos kollidierten nicht, der andere Fahrer entschuldigte sich mit einer Geste und weiter ging es. Leicht tattrig war ich in dem Moment trotzdem und die Kiste glücklicherweise keine mit meinen Ausstellungsstücken.

Die wirklich letzten paar Meter legte ich dann fluchend zurück, wir fuhren auf das Messegelände, holten uns Nummern, folgten dem ganzen Prozedere und gaben ab. Es gab ein paar Punkte über die ich mich ärgerte (weil wozu fragt man vorher bei der Jury nach, wenn es später hinfällig ist), aber nun gut. Kekse und Lebkuchenhaus standen unversehrt vor Ort und dann nix wie weg!

Ab zur Unterkunft und erstmal durchatmen

Nach dieser Hürde ging es dann per Auto ab zur Unterkunft. Quasi gleich gegenüber, aber per Auto ist das ja immer ein bisschen komplizierter.
Also zurück zum Kreisel, um dann festzustellen, dass ich nicht so abbiegen kann, wie ich möchte. Versuchste halt zu tricksen, aber so ein Höllenkreisen ruft dich immer wieder zu sich. Dank Einbahnstraßen landete ich wieder dort. Im Dunkeln bei zig Lichtquellen, zig Autos und Radfahrern macht der echt keinen Spaß. Aber ich kam trotzdem relativ schnell rein, ließ die erste Hälfte hinter mir und plötzlich stand da ein LKW. Der wusste vermutlich auch nicht sorecht wie er vorwärts kommen sollte. Also tut er was?

Genau!
Er fährt rückwärts… ohne zu Bemerken, dass da ein Kleinwagen hinter ihm steht. Opi war wohl zu verdattert und hat vermutlich abgeschaltet und sah nur zu, wie der LKW ihn immer wieder anfuhr. Mehrmals. Der Fahrer setzte immer wieder zurück. Da stehst du dann da in so einem Kreisel auf der Innenspur und kannst nur dumm zugucken. Leicht überfordert fuhr ich dann neben den LKW und hupte wie ne blöde. Irgendwann guckte der Fahrer auch mal, aber entweder war er ignorant oder bekam wirklich nichts mit…. er fuhr immer wieder erneut rückwärts.
Da er kein Einsehen hatte und ich da mittem im Höllenkreisel stand, war es mir irgendwann egal – auch wenn mir der Opi nach wie vor leid tut – ich sah einfach nur noch zu, dass ich da wegkam, bevor da noch mehr Schäden angerichtet werden würden.

Die Unterkunft war dann gleich in Kreiselnähe (er blieb mir also erhalten) und dort wurden wir – wie auch schon im letzten Jahr – freundlich von unserer Vermieterin empfangen. Sachen auspacken, Futter suchen und dann einfach alles ausblenden. Den Stress der letzten Wochen, den Stress der nach dem Wochenende kommen würde, den Unfall, meinen Fast-Unfall… einfach alles weg, Füße hoch und Hirn ausschalten!

Ab nach Verden zu VBS

Nach einem ausbiegbigen Frühstück ging es dann nach zur VBS Hobby GmbH in Verden – ca. 30 min von Bremen entfernt. Seit Oktober 2016 schreibe ich nun schon Anleitungen und da lag es nahe, dass ich auch mal auf einen Besuch vorbeikomme. Bereits zuvor hatte ich meinen Besuch bei Franzi (meine Ansprechpartnerin bei VBS) angekündigt.

Bei herrlichstem Sonnenschein kamen wir an und wurden auch nach kurzer Wartezeit von Franzi in Empfang genommen. Danach folgte eine Führung durch die ganzen VBS-Räume. Wenn man das Ganze nur aus der Ferne kennt, dann ist es wirklich spannend mal so einen Blick hinter die Kulissen zu bekommen. Egal ob Lager, Warenausgabe, den Lagen selber, die Büroräume… überall durfte ich einen Blick reinwerfen und überall wurden wir von freundlichen Gesichtern begrüßt. Man merkt das da jeder gerne ist und sich wohl fühlt. Wenn es bloß nicht so weit weg wäre ;)

Mitten im Verkaufsraum ist auch eine Sitzecke und da haben wir uns dann auch für eine ganze Weile nieder gelassen, dieses und jenes bequatscht und ich überreichte bis dahin gefertigte Bastelleien. Aber auch wenn davon eine Kiste ja zuvor durch das Auto flog, blieb alles heil.
Franzi musste dann zurück ins Büro und wir erkundeten den Verkaufsraum noch etwas genauer – schließlich hatte ich ja vorher schon eine Liste, was ich alles noch bräuchte.



Nach getanem Einkauf kam Franzi noch einmal zu uns zurück und wir verabschiedeten uns, nach gut 3 Stunden, voneinander. Wahrscheinlich bis zum nächsten Jahr, wenn es wieder zur Kuchenliebe geht.

Shopping & Workshop

Ursprünglich war Sightseeing geplant – so wie immer wenn ich weiter weg fahre – aber da ich wirklich nur Abschalten wollte, wurden erst Verden und dann diverse Shoppingcenter am Freitag nachmittag und Samstag vormittag unsicher gemacht. Kann aber auch anstrengend sein ;)
Bremens Altstadt hatte ich ja schon im letzten Jahr zu Fuß erkundet. Da waren wir ja zur Kuchenliebe mit der Bahn angereist und vom Bahnhof ist alles sehr fußläufig.

Nachmittags ging es dann zur Messe, denn ich hatte ab 14 Uhr einen Workshop bei Lindy Smith gebucht. Nicht unbedingt weil ich lernen wollte, wie ich Kekse mit Fondant verziere (ist ja nämlich nicht so meins ;)), sondern einfach um mal Lindy persönlich kennen zu lernen.
Erstmal wurde aber noch geguckt, ob bereits Platzierungen an den Schaustücken standen. Natürlich nicht!

Dann ging es also zum Workshop und Lindy ist echt ein absolut liebreizendes Persönchen! Auch wenn ich viel Englisch schreibe, spreche ich es weniger, aber die Kommunikation hat geklappt und zum Ende des Workshops bin ich mit einem neuen tollen Werkzeug von dannen gezogen: einem Fluid Writer.
Mit dem kann man auf Oberflächen wie mit einem Stift schreiben, aber die Farben flexibel einfüllen, und hat weitaus mehr Kontrolle als wie mit einem Pinsel. Lindy hatte welche dabei und mir freundlicherweise auch einen verkauft.


Während des Workshops bekam ich von meiner Mutter (die ja sich derweils auf der Messe vergnügte) ein Foto geschickt, wie die Juroren an meinem Lebkuchenhaus standen und es kritisch beäugten. Da es laut ihrer Aussage auch recht lange dauerte, gehst du dann ja schon irgendwie davon aus, dass du es vermurkst hast. Warum gucken die sonst so kritisch?

Nach dem Workshop beguckten wir uns dann die Schaustücke noch einmal ganz in Ruhe – abends geht sowas ja immer ganz wunderbar – und dann ging es wieder ab zur Unterkunft und den Tag ruhig ausklingen lassen.

Kuchenliebe, Christmas & More und BottleMarket

Der Sonntag stand dann ganz im Zeichen der Kuchenliebe. Erst gab es wieder lecker Frühstück, Sachen wurden wieder gepackt und dann verbrachten wir den ganzen Sonntag auf der Messe. Genaugenommen sind es ja vier Messen, die vereint eine größere Messe bilden und somit für jedermann etwas bieten. Der BottleMarket kam insofern gelegen, weil mein Bruder gerne Whisky trinkt und man so auch mal einige unbekannte Sorte als Geschenke erstehen konnte. Christmas & More ist ein kleines Geschenkeparadis, wo man mit Sicherheit kleine und große Geschenke und Dekorationen findet. Der Stadtzwerg ist den neuen und jungen Erdbewohnern gewidmet (also eher nicht so meins) und dann ist da noch die Kuchenliebe selber.

Viele bemängeln das schwache Licht, aber gerade diese Atmospähre macht es für mich besonders. Sicher man kann manchmal etwas schlechter gucken oder etwas ist nicht top ausgeleuchtet, aber ob das nun sooo dramatisch ist? Und das man es nicht jedermann nicht recht machen kann, ist natürlich klar. Aber so eine Messe zu organisieren, wenn diese noch ganz jung ist, ist auch nicht so leicht. Die großen Namen mitsamt Fans und Anhang kommen nicht, Händler trauen sich vielleicht nicht so recht etc… Mir ist das aber egal. Ich gehe gerne dort hin und finde es spannend zu sehen, wie die Messen wachsen und sich verändern. Außerdem mag ich es lieber klein und kuschelig, als viel zu überlaufen. Ich komme also mit Sicherheit wieder!

Sonntag früh ging es dann auch gleich wieder zur den Schaustücken. Gold für mein Lebkuchenhaus und Silber für meine Kekse. Beides ehrlich überraschend! Ja ich bin überkritisch, aber dennoch seh ich Dinge realistisch. Bei den Keksen hätte ich – auch aufgrund der Kritiken – nicht mit Silber gerechnet. Beim Lebkuchenhaus habe ich sogar mit Disqualifikation gerechnet, weil es so untypisch und anders war. Nach einer Runde heulen, weil dann endgültig der Stress und Frust der letzten Wochen abfiel, wurden die Hallen ausgiebig abgelaufen und einiges (hauptsächlich aber Kuchenkram) erstanden.

Auch bei Lindy wurde noch mal kurz vorbeiguckt, die eine Vorführung auf der Bühne gabe. Sie erkannte mich auch im Publikum und winkte mir eifrig zu, was irgendwie total süß war.

Siegerehrung und ab nach Hause

Zur Siegerehrung versammelten sich dann alle wieder an der Bühne und dort tauchten dann einige bekannte Gesichter auf. Viele kannte ich aber nur vom sehen über FB und nicht persönlich. Karin (die ich im Rahmen der Cake Queen 2015 persönlich kennen lernte) war auch vor Ort. Kurz hatte ich sie zuvor auf der Messe gesehen und sie gesellte sich dann zu uns.
Dann wurden nach und nach die Namen und Platzierungen aufgerufen und ich musste auch auf die Bühne – das ist der Teil den ich ja nicht so mag. Zwei Mädels, die ich nur online kennen, stellten sich – nachdem ich ja nicht mehr inkognito war – auch noch nebenbei schnell vor. Ich hoffe ja immer, dass ich nicht allzu unhöflich wirke, aber ein wenig überfordert mich das immer. Bin ja eher so ein Eigenbrödler ;)

Mit der Anja – die Organisatorin der Messen – wurden dann noch ein paar Selfies an der Selfie-Station gemacht (auch neu in diesem Jahr) und dann konnte man auch seine Schaustücke wieder einpacken. Also erstmal hin zum Auto und Einkäufe wegbringen, nur um festzustellen, dass es ziemlich doll regnet. Das wiederum hieß, dass alles mehr als gut verpackt werden musste, da Wasser ja bekanntlich Zucker auflöst. Aber auf dem Rückweg, wenn alles durch ist, gibt man sich dennoch weniger Mühe beim einpacken, haha…

Erledigt ging es dann ab nach Hause.
Wieder 4 Stunden Fahrt, die aber trotzdem recht zügig vorbeigingen. Einzig der Fahrer der ewig hinter mir zu sein schien und sein Licht falsch eingestellt hatte, war nervig gewesen! Glücklicherweise gab es aber keine Vollbremsungen oder rückwärtsfahrende LKWs. ;)

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