Dekomauer aus Feldsteinen

Im Herbst letzten Jahres nun endlich eine Dekomauer aus Feldsteinen und Bienenwiesen an. Das heißt eigentlich mehrere Bienenwiesen, aber die anderen waren kein geplantes Projekt mit etwas mehr Arbeitsaufwand. Wer mich kennt, der weiß, dass ich nicht nur im Kleinen werkel, sondern auch gerne größere Projekte in Angriff nehme.
Für alle die auch gerne ihren Hof verschönern oder einfach interessiert sind, wie solche Projekte von statten gehen, gibt es hier einen Einblick in den Mauerbau. Zu den Bienenwiesen erzähle ich euch mal etwas in einem separaten Beitrag.


Vor einigen Jahren ist bei uns auf dem Hof leider eine Kastanie abgestorben. Angefangen hatte es mit Rissen in der Rinde und Pilzbefall an den Wurzeln. Da war klar, dass sie nicht mehr zu retten war. Sie blieb zwar weiterhin stehen, aber irgendwann wurden die Äste dann doch zur Gefahr, da sie alles andere als klein waren. Als es dann darum ging sie abzunehmen, sollte sie erst komplett gefällt werden, aber irgendwas sagte mir, dass sich mit dem Stamm noch etwas machen lässt. Also wurde die Kastanie entkront und der Stamm auf ca. 4 Meter gestutzt.
Zu dem Zeitpunkt stand allerdings noch nicht fest, dass dort eine Mauer hin sollte. Der Gedanke kam mir erst etwas später.

Beide meine Onkels haben so eine Mauer aus Feldsteinen bei sich zu Hause gebaut. Ich finde die so klasse, dass ich auch wollte, aber wohin? Lange hab ich überlegt, bis mir die Idee kam den Kastanienstamm mit einer Mauer zu kombinieren. Die sollte dann sowohl optischer Blickfang sein, als auch die Möglichkeit geben, dahinter Sachen zu verstecken (Schläuche, Schubkarren o.ä.). Zusätzlich würde sie auch etwas Windschutz bieten, wenn man vor der Garage draußen arbeiten würde.

Also dann. Der Plan stand, los ging es!

Sommer / Herbst 2019

Eine ganz konkrete Idee, wie die Mauer aussehen sollte, hatte ich nicht. Ich wusste nur, dass sie etwas größer werden und keine geraden Abschlüsse haben sollte. Auch Rostfenster sollten mit integriert werden. Ursprünglich gab es auch den Gedanken Rankhilfen mit einzubauen, damit später Efeu oder Wein dort wachsen könnte. Aber das wurde aufgrund anderer Ideen dann wieder verworfen. Dazu aber später mehr.

Im August 2019 habe ich dann mit dem Fundament angefangen. Meins wurde zwar ein wenig überdimensioniert (40 cm breit, 60 cm tief), aber… wat steht, dat steht!
Nachdem ich alles abgesteckt hatte, ging es dann an das Buddeln. War nicht unbedingt die schönste Aufgabe, aber musste ja auch sein. Am Schlimmsten waren aber die Wurzeln der Kastanie. Obwohl schon ein paar Jahre tot, waren die noch sehr massiv. Das Bearbeiten mit dem Beil ging nur schwer, da es kaum Platz zum Hantieren gab und die Temperaturen taten ihr übriges.

Dekomauer aus Feldsteinen - Der Anfang

Bis alles komplett ausgeschachtet war, hieß es auch jeden Tag kontrollieren, ob Igel oder Frösche sich dort verfangen hatten. Gerade letztere hatten zu dem Zeitpunkt nämlich zur Wanderung quer über unseren Hof angesetzt.

Aber auch das war irgendwann geschafft und so konnten die Löcher mit Beton ausgefüllt werden. Während der noch feucht war, kamen auch die ersten massiven Steine zum Einsatz. Die sollten nämlich die Basis der Mauer bilden. Das war auch nicht ohne, da insgesamt ca. ein Kubikmeter Beton verarbeitet wurde und alles passiert sein musste, bevor irgendwas antrocknet. Pausen machen war also nicht, sondern stramm durcharbeiten. Nachdem das Fundament ein paar Tage zum Trocknen hatte, ging es dann mit einer ersten Schicht weiter. Das war Ende September / Anfang Oktober und danach war dann “Winterpause” angesagt. Denn dort wo die Mauer ansteht, zieht oft kalter Nordwind lang (hier an der Küste ist ja meist eh ein bisschen frischer ;) ) und wenn man dann die ganze Zeit gebückt steht, hat man absolut nichts gewonnen.

Dekomauer aus Feldsteinen - Fundament und erste Schicht

Frühjahr / Sommer 2020

Und irgendwie ging dann die Winterpause doch länger als gedacht. Teils weil ich keine Lust hatte, teils weil besagter Wind nach wie vor sehr frisch um die Ecke kam. Aber im Mai ging es dann endlich weiter. Bis ungefähr Kniehöhe habe ich die 40 cm Tiefe ausgenutzt und erst danach begonnen die Mauer etwas zu verjüngen. Sollte ja kein komplettes Bollwerk werden!

Anfang Juli kam dann das größere Fenster zum Einsatz. Das war anfangs eine etwas wacklige Sache, aber ließ sich dann doch besser einbauen als gedacht. Naja… dann ging es weiter mit den Steinen und dem Stapeln. Immer mit Geduld und Schritt für Schritt. Auf der anderen Seite folgte dann auch irgendwann das kleine Fenster.


Ende Juli war die Mauer dann endlich fertig!
Sie musste dann nur noch einmal gründlich abgewaschen werden, um Mörtelreste und den weißlichen Schimmer loszuwerden. Danach konnte ich dann auch das Beet vor der Dekomauer aus Feldsteinen anlegen. Denn dort sollte der abgeschnittene obere Teil des Baumstammes seinen neuen Platz finden – kleine Krabbeltierchen mögen schließlich Totholz.

Dekomauer aus Feldsteinen – Das Ergebnis

Dekomauer aus Feldsteinen - Das Ergebnis
Dekomauer aus Feldsteinen - Das Ergebnis Dekomauer aus Feldsteinen - Das Ergebnis

Also… wer mag, nur mutig voran. Es ist anstrengend, aber ich finde das Ergebnis spricht für sich und ist ein toller Hingucker ♥
Nach und nach werde ich auch noch weiter dekorieren. Den Anfang haben Solarlichter und diverse Gräser bzw. bienenfreundliche Pflanzen gemacht. Und für den Stamm werde ich auch noch ein paar Vogelhäuser bauen. Deswegen kann nämlich dort kein Efeu ranken.

Dekomauer aus Feldsteinen – Allgemeine Fakten, Zahlen und Hinweise

  • 14 Sack Zementmörtel habe ich verarbeitet (entspricht 480kg Trockengewicht)
  • nur 15 Tage hat das Mauern selbst gedauert (ohne Wartezeiten, ohne Fundament ausbuddeln)
  • pro Sack Zementmörtel habe ich ungefähr 4 Stunden gearbeitet – je nachdem wie grob oder filigran es gerade zuging
  • insgesamt hat das Projekt 11 Monate gedauert
  • ich habe (als Frau) alles allein gemacht, Hilfe gab es nur beim Steine sammeln/holen und dem Fundamentbeton
  • die Steine habe ich von meinem Onkel bekommen (der arbeitet in der Landwirtschaft)
  • die Fenster gab es bei ebay, eigene alte Bestände waren zu groß
  • man sollte nie zuviel auf einmal stapeln, da die Steine sonst keinen Halt haben
  • man braucht definitiv mehr Steine als gedacht
  • kleine oder “hässliche” Steine kann man gut als Lückenfüller nutzen
2 Comments
Älteste
Neueste
Inline Feedbacks
View all comments
Walter Schwarze
2 Monate her

Wow Anne, ich bin Begeistert.Absolut genial !