Plotten – Was ist das? Wie geht das?

Plotten ist zur Zeiten des DIY in aller Munde. Wer näht oder viel kreativ ist, der kommt meist nicht drum herum sich selbst einen Plotter anzuschaffen. Aber ursprünglich waren Plotter recht große „Zeichen“geräte/-maschinen, die man z.B. in Architektur- oder Grafikbüros gefunden hat. Auch jetzt werden sie dort noch eingesetzt, haben sich aber mit der Zeit natürlich auch modernisiert und sind leistungsfähiger geworden. Mehr über Plotter kannst du hier nachlesen.

Vor meiner Selbstständigkeit habe ich für eine kleine Werbefirma gearbeitet. Dort gehörte das Plotten zum Tagesgeschäft. Egal wie groß oder klein – angefangen von einfachen Aufklebern, Wagenbeschriftungen bis hin zur vollflächigen Folierung von Fahrzeugen. Sogar Öltanker durften wir beschriften. Das ist also schon mal ’ne ordentliche Größenordnung.
Im Hobbybereich geht es aber meist etwas kleiner zu. Sowohl bei den Motiven, als auch bei den Maschinen. In der Firma waren die Geräte teils bis zu 2 Meter breit.

Einen kleinen Überblick rund um das Thema habe ich hier mal zusammengefasst. Begleitend zu den Plottermotiven, die du in meinem Shop findest oder noch finden wirst. Bei Fragen gerne direkt hier die Kommentarfunktion nutzen, so dass auch andere Leser davon etwas haben. :)

Hinweis: In diesem Beitrag werden ggf. Marken genannt. Es handelt sich hierbei nicht um Werbung, da ich die entsprechenden Materialien oder Geräte selbst erworben habe. Die Nennung dient dazu um entsprechende Dinge besser erklären zu können.


Plotter die es für den Hobbybereich gibt, können standardmäßig meist nur schneiden. Aber auch hier wird immer weiter getüftelt und so mausern sich die Hobbygeräte dank Extras auch schon zu richtigen Multitalenten. Wie bei allem gibt es auch hier verschiedene Hersteller.
Für welche Geräte man sich entscheidet hängt stark von verschiedenen Faktoren ab. Was möchte man damit machen? Wie häufig wird man den Plotter nutzen? Wieviel Platz habe ich zur Verfügung?

Plotten - Silhouette Cameo 3

Ich habe mich nach langer Recherche für den Silhouette Cameo 3 entschieden, da er zu meinen Bedürfnissen am Besten passt. Entsprechend beziehen sich sämtliche Erklärungen hier auch auf dieses Gerät. Bei anderen Herstellern werden Funktionen und Vorgehensweisen aber ähnlich sein.

Welche Materialien können genutzt werden

Vorrangig kommen bei Plottern Folien und Papier zum Einsatz. Je nach Gerät und Leistungsstärke kann man aber auch Stoffe, Pappe oder andere dickere bzw. speziellere Materialien schneiden.

Plotten - Schneiden von Papier/Tonkarton
Schneiden von Papier/Tonkarton

Bei Folien wird zwischen Flex, Flock und Vinyl unterschieden. Die ersten Beiden sind für Stoffe und sogenannte Wärmetransferfolien. Vinyl hingegen lässt sich für die meisten anderen Oberflächen nutzen. Zum Beispiel zur Autofolierung, Dekoration von Schaufenstern, Beschriftung von Gegenständen usw.
Natürlich gibt es auch Spezialfolien („Glow-in-the-dark“, Glasdekor, …), die aber auch entweder Vinyl- oder Wärmetransferfolien zugeordnet werden.

Plotten - Vinylfolie Plotten - Flexfolie Plotten - Spezialfolien
Links: Vinylfolie, Mitte: Flexfolie, Rechts: verschiedene Effektfolien

Nicht immer sind die Folien gekennzeichnet, aber oft gibt es kleine Tricks womit man sie unterscheiden kann. Normale Flexfolien haben z.B. eine matte Seite und eine glänzende. Die Glänzende ist dabei nur das Transfermedium. Flexfolie haftet nämlich nicht von allein. Pulst du eine Ecke ab, wirst du merken, dass die transparente Schicht klebt. Vinylfolie hingegen hat immer eine blickdichte Rückschicht und haftet von allein. Dies solltest du im Hinterkopf haben, wenn du mit den Folien arbeitest.

Beispiel Plotten  mit SnapPap und Folie
Hier habe ich mit Flexfolie, Metall-Effekt-Folie und SnapPap gearbeitet.

Was wird sonst noch gebraucht?

Beim Zusatzmaterial ist es abhängig davon was du außerdem noch brauchst bzw. was genau du mit dem Plotter machen möchtest. Arbeitest du mit Rollenmaterial würde sich z.B. ein Rollenhalter anbieten.

Als Grundausstattung sind aber Schneidematten und eine Entgitterungshilfe definitiv zu empfehlen. Schneidematten haben eine haftende Oberfläche (in leicht und normal klebend) und sorgen dafür, dass dein Material nicht verrutschen kann. Gerade bei kleineren Stücken ist dies eine große Hilfe. Zudem schonen die Matten die Schneideleiste deines Plotters.
Als Entgitterungshilfe kannst du einfach Nadeln nehmen. Es gibt aber auch spezielle Hooks/Entgitterhaken (teils auch beleuchtet). Ich persönlich arbeite mit einer Prickelnadel.

Plotten - allgemeines Werkzeug
Transferfolie, Schneidematte, Abdeckbogen, Prickelnadel, Stifte, Schere, Cutter

Natürlich ist das längst noch nicht alles. So gibt es auch Stiftehalter bzw. direkt Stifte für die Geräte, Tools um mit Hot Foil zu arbeiten, Stempelzubehör usw. Je nach Gerät können der Umfang und die Zusatzmöglichkeiten stark variieren.

Arbeitest du mit Flexfolien, so kann ein Abdeckbogen ebenfalls nicht schaden – Backpapier geht sonst auch. Verzierst du nur mal gelegentlich deine Textilien, so reicht ein Bügeleisen aus. Plottest du quasi rund um die Uhr, kannst du auch über die Anschaffung einer Presse nachdenken.
Bei Vinylfolien brauchst du – je nach Motiv – außerdem noch Transferfolie. Diese hilft dir beim Übertragen deiner Motive bzw. dem Zusammensetzen.

Was für Dateien/Formate kann ich nutzen?

Mit welchen Dateien bzw. Dateitypen gearbeitet werden kann, hängt maßgeblich von dem Gerät in Kombination mit der Software, welche du nutzt, ab. Zu den gängigsten Formaten zählen .dxf, .svg und sämtliche Bilddateien (.jpg, .png etc) – darüber hinaus gibt es aber auch noch softwareeigene Formate (z.B. .studio3 bei Silhoutte Studio). Diese können dann aber oft nicht mit anderen Programmen genutzt werden. Wichtig ist es also das Gerät und die unterstützten Formate zu kennen. Gerade beim Kauf von Schneidedateien.

Mit meinen Cameo nutze ich die Silhouette Studio Basis Edition und kann mit Bilddateien, .dxf oder .studio3 arbeiten. Mit der Designer oder Business Edition würden weitere Formate unterstützt werden. Zusätzlich nutze ich aber ein Plugin, welches mir erlaubt auch aus Corel Draw schneiden zu können. Somit kann ich auch alle anderen gängigen Vektor-Formate nutzen.

Mit Bilddateien können die verschiedenen Programme allerdings nur bedingt umgehen. Denn nach dem Öffnen musst du die sogenannten Pixelgrafiken erst in Vektorgrafiken umwandeln. Plotter können nämlich nur mit Letzeren arbeiten, da es „mathematische“ Dateitypen sind. Sie gewährleisten, dass Dateien ohne Qualitätsverlust beliebig vergrößert oder verkleinert werden können.
Je nach Programm heißt die Funktion „Nachzeichnen“ o.ä. und bedarf nur wenige Klicks für die Umwandlung.

Plotten - Nachzeichnen
Beispiel für’s Nachzeichnen bei Silhouette Studio

Plotterdateien selber herstellen

Wenn du dir keine Plotterdateien kaufen möchtest oder nicht gerade das Passende dabei ist, dann kannst du dir die Vorlagen natürlich auch selber herstellen.
Nämlich mit der zuvor erwähnten Nachzeichnen-Funktion deiner Plottersoftware. Grundlage sollten immer Bilder möglichst in schwarz/weiß bzw. mit einem starken Kontrast sein. Je deutlicher die Konturen, umso besser kann die entsprechende Funktion mit dem Bild arbeiten. Die automatische Konvertierung ist allerdings meist ungenau und die Bearbeitungsmöglichkeiten dieser Software eingeschränkt.

Wenn du also eine besser Kontrolle über das Ergebnis haben möchtest, dann kommst du nicht um ein Vektorprogramm herum. Diese gibt es kostenpflichtig oder auch in abgespeckter Version kostenlos im Internet zu finden. Mit dem Vektorprogramm kannst du deine Dateien dann auch in verschiedenen Formaten abspeichern.

Plotten - Arbeiten mit Corel Draw
Arbeiten mit Vektordateien in Corel Draw

Wie geht das nun genau mit dem Plotten?

Noch etwas Geduld!
Ein Beitrag, in dem ich dir einfarbiges & mehrfarbiges Plotten erkläre, ist bereits in Arbeit :)

1
Schreibe einen Kommentar

1 Comment threads
0 Thread replies
0 Followers
 
Most reacted comment
Hottest comment thread
0 Comment authors
Neueste Älteste

[…] allgemeine Hinweise, was du beachten solltest. Ist das Plotten für dich ganz neu, findest du in diesem Beitrag vielleicht auch noch nützliche […]